Der Oldenburgische Golfclub hat 1070 Mitglieder, es wird ohne Startzeiten gespielt. Die Herrenmannschaft spielt in der Regionalliga und es herrscht ein hoher Spieldruck. Der Platz wurde 1964 gebaut und hat einen wunderschönen alten Baumbestand, der auch für fünf stark beschattete Grüns sorgt. Es herrscht ein gutes Betriebsklima mit ungewöhnlich guter Mitarbeiterbindung. Unter den fünf Mitarbeitern in der Pflege sind drei ausgebildete Greenkeeper und schon seit über 25 Jahren auf dem Platz. Torsten wurde kürzlich für sein 25. Betriebsjubiläum ausgezeichnet, Uwe arbeitet sogar schon 28 Jahre beim Oldenburgischen Golfclub. Der Club hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben und möchte den Platz so umweltfreundlich wie möglich pflegen und nimmt daher auch regelmäßig an Zertifizierungen teil. Schon zum dritten Mal konnte der Platz mit dem Golf & Natur-Gold-Zertifikat ausgezeichnet werden.
Fünf fest angestellte Greenkeeper in Vollzeit sowie ein Minijobber für die E-Cards und Caddy-Halle kümmern sich um die Pflege.
Seit 2022 werden die Fairways, Vorgrüns und einige Semiroughflächen autonom mit Husqvarna gemäht. Zum besseren Schnittergebnis und Igelschutz laufen die Roboter nur tagsüber zwischen 8 und 22 Uhr. Das autonome Mähen gibt Arbeitskraft für andere Bereiche frei, da für die Pflege der Roboter nur 2 Personenstunden pro Woche eingeplant werden müssen.
Nach einem Großbrand 2023 wird zurzeit das Clubhaus neu aufgebaut. Den Greenkeepern steht ein gut ausgestatteter Maschinenpark zur Verfügung. Nur Grüns, Abschläge, Approach Bereiche und drei ausgewählte Fairways werden mit Perrot Schwinghebelregnern bewässert. Der Platz liegt auf Lehmboden und bleibt daher auch bei Trockenheit lange grün und optisch ansprechend. Nur zwei Fairways liegen auf Sandböden. Im Winter werden jeweils zwei Fahnen gesteckt und die Golfer entscheiden in Eigenverantwortung je nach Witterung, ob sie die Sommer- oder Wintergrüns anspielen.
Die Grüns wurden 2002 komplett nach FFL-Vorgaben mit Dränschicht neu gebaut. Das hat sich sehr positiv auf die Platzqualität ausgewirkt, vorher waren die Grüns oft viel zu nass und die Spieloberfläche ließ zu wünschen übrig.
Eingesäht wurden die neu gebauten Grüns mit Penn A4. Leider wurde die Pflege nicht entsprechend angepasst und so kam es in den ersten Jahren nach dem Umbau zu einer deutlichen Filzschicht und nach einiger Zeit bestanden die Grüns zu 70 % aus Poa annua. Auf den Abschlägen im Wald unter den großen Buchen konnte wegen der Schattenlage zwischenzeitlich nur per Hand gemäht werden.
2024
Seitdem Uwe und Torsten 2008 die Leitung des Greenkeepings übernommen haben – Uwe kümmert sich mehr um die Leitung der Arbeiten auf dem Platz, während Torsten die Aufgaben im Büro übernimmt –, haben sie die Pflege deutlich umgestellt, um die Qualität der Spieloberfläche zu verbessern und die Zufriedenheit der Golfer zu erhöhen. Torsten ist regelmäßig auch auf anderen Anlagen unterwegs, um Erfahrungen zu sammeln und neue Impulse zu bekommen. 2015 konnte er als Volontär beim Solheim Cup in St. Leon-Rot dabei sein und jeden Sommer hilft er gemeinsam mit Lennard Evers vom Golf Club Lilienthal bei der Vorbereitung des Trainingslagers für Werder Bremen im Zillertal.
Dezember 2024
Seit 2008 wird im Oldenburgischen Golfclub mit einer normalen Agrostis Mischung dreimal im Jahr mithilfe einer Vredo nachgesäht. Die Rasentragschicht wurde durch regelmäßige mechanische Maßnahmen kontinuierlich verbessert und das Filzproblem deutlich reduziert. Dreimal jährlich wird mit großen Hohlspoons Boden ausgetauscht und alle zwei bis drei Wochen sorgen kleine Mini-Tines für Luft im Wurzelhorizont. Alle 14 Tage wird besandet und eine Schleppwalze hinter einer Bunkerharke mit Grünsbereifung sorgt für einen treuen Balllauf.
2020 fanden die ersten Versuche statt, die konventionelle Düngung, bestehend aus mineralischen Düngern, Flüssigdüngern sowie organischen Bodenhilfsstoffen, mit
TourTurf® FDC und
TourTurf® STA zu ergänzen.
Seit der erfolgreichen Testphase werden seit 2022 ausschließlich TourTurf
® Dünger verwendet.
TourTurf® FTE Wetting Agent hilft dabei, den Anteil an Agrostis und den Nachsaaterfolg weiter zu erhöhen. Organische Granulate sorgen für eine Grundversorgung mit den Hauptnährstoffen und regen das Bodenleben an. Flüssigdünger, Biostimulanzien und ein Programm zum Filzabbau mit Lignin und Cellulose abbauenden Enzymen sowie natürlichen Bodenbakterien und –Pilzen runden das Programm ab. In der letzten Saison wurden auf 37 Einzelgaben verteilt kleine Mengen an Nährstoffen und Rasenpflegeprodukten für gesunde Pflanzen ausgebracht.